Von Schwarzkohl bis rote Beete – Solidarische Landwirtschaft in Mettmann

Von Tilman Reiß und Ibrahim Kehro

Maike Reiß steht in Gummistiefeln auf dem nassen Feld und reißt Beikraut aus der Erde. Es ist das Feld von Gärtnerin Nermin Ischebeck, die auf ihrem Hof in Mettmann ökologisches Gemüse anbaut. Aber nicht alleine, sondern gemeinsam mit vielen Freiwilligen. Solidarische Landwirtschaft nennt sich das System.

Die Idee ist einfach: Menschen schließen sich zusammen, um gemeinsam Landwirtschaft zu betreiben und auch gemeinsam zu finanzieren. Sämtliche Kosten des Hofes wie Lebensunterhalt, Mieten, Pachten, Saatgut und Maschinenwartung werden von der Gemeinschaft getragen. Mindestens 45 Euro müssen die Mitglieder von „Nermins Garten“ monatlich bezahlen.

Dafür erhalten die Mitglieder wöchentlich Ernteanteile, je nach dem, was Gärtnermeisterin Nermin Ischebeck und ihre freiwilligen Helfer vom Feld holen. „Ich bin immer ganz gespannt, was es in der Woche für Gemüse gibt. Das Obst und Gemüse hat eine tolle Qualität und man weiß außerdem, wo es herkommt“, so Maike Reiß.

Die Gemüsekulturen auf dem Mettmanner Hof sind vielfältig und werden nach Biolandrichtlinien angebaut. Hier gibt es auch nicht so bekanntes Gemüse wie Schwarzkohl, Zuckerhut, Gelbe Beete und Mangold – alles entsprechend den Jahreszeiten angebaut.

Damit der Biolandbau finanziert werden kann, müssen die Mitglieder neben ihren Beiträgen auch immer wieder Arbeitsdienste an den monatlichen Aktionstagen leisten – vom Planzen bis zum Ernten. Insgesamt 80 Ernteeinheiten hat Gärtnerin Nermin Ischebeck vergeben. Bei jedem Aktionstag tummeln sich ungefähr15 Helfer auf dem Feld und in den Gewächshäusern.

Maike Reiß ist seit einem Jahr mit dabei. Heute steht für sie Beikrautzupfen auf dem Programm. „Durch die Arbeit lernt man das Gemüse viel mehr zu schätzen“, so Maike Reiß, die den ganzen Nachmittag mit Bücken und Zupfen verbringt. „Außerdem weiß ich, woher Gemüse und Obst kommen und wie sie angebaut wurden. Das ist mir die Mühe wert.“